Willkommen zurück auf meinem Blog. Ich bin froh, dass ihr wieder dabei seid, wenn ich von meinen Erlebnissen berichte. Die letzten Tage war ich in Chengdu und Umgebung unterwegs. Dort habe ich viele Tempel und schöne Natur erkundet, wovon ihr auch etwas zu sehen bekommen werdet.

Ankunft

Am Sonntag (15.3.) bin ich am späten Nachmittag in Chengdu angekommen. Leider habe ich schon auf der letzten Stunde der Fahrt Krankheitssymptome entwickelt, vor allem Gliederschmerzen, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen. Als ich später mit der Metro zum Hotel fahren wollte, ist mir zudem noch übel und schwindlig geworden. Daher bin ich ausgestiegen und habe mich von einem Taxi den restlichen Weg zum Hotel schaffen lassen. Dort angekommen musste ich mich erstmal ausruhen. 

Später habe ich mir Teigtaschen zum Abendessen bestellt. Lustig war, dass mir diese zum ersten Mal durch einen Roboter zum Zimmer geschafft wurden. Dafür bringen die Leute vom Lieferdienst die Bestellung zum Hotel und übergeben sie dort die Roboter. Das war ganz lustig, mal mit anzusehen. Leider konnte ich aber nicht alles aufessen, da mir dabei schon wieder schlecht geworden ist. Ich habe daher noch ein paar Magentropfen genommen und mich dann schlafen gelegt.

Der Schlaf war sehr schlecht und unruhig. Mitten in der Nacht musste ich mich dann noch übergeben. Jedoch ging es mir danach sehr viel besser und auch am nächsten Tag habe ich nicht mehr viel von meinen Symptomen gespürt. Wahrscheinlich hatte ich einfach etwas schlechtes gegessen (ich tippe auf die gefüllten Brötchen vor der Fahrt mit Gemüse und Pilzen).

Erster Tag: Entspannung

Nach den Strapazen der letzten Nacht wollte ich am Montag (16.3.) noch keine großen Ausflüge machen und mich erstmal etwas schonen. Ich habe mir nach dem Aufstehen im Supermarkt eine Packung Toastbrot gekauft, damit ich etwas zum Mittag hatte und habe mich dann weiter ausgeruht.

Nachmittag wollte ich aber wenigsten ein bisschen was unternehmen und bin daher auf den größten Teemarkt von Chengdu gefahren. Dort gab es Unmengen an Läden, die vor allem Tee, teilweise aber auch Kannen, Tassen und anderen Utensilien für den vollendeten Teegenuss verkaufen. Ich bin eine ganze Weile herumgeschlendert und habe auch ein paar Dinge gekauft.

Anschließend war ich noch zu Abend essen und bin zurück ins Hotel, um mich weiter auszuruhen.

Zweiter Tag: Zu Füßen Buddhas

Am Dienstag (17.3.) bin ich relativ spontan zu einem Ausflug nach Leshan (乐山) aufgebrochen, wo die Hauptattraktion eine riesige Buddha-Statue ist, die dort in den Jahren 713 bis 803 durch Mönche direkt in den Fels gemeißelt wurden. Sie ist 71 m hoch und damit die höchste Stein-Buddha-Statue der Welt. 

Mit dem Zug bin ich erst nach Leshan gefahren und habe dort einen Bus bis zum Besucherareal genommen. Rückblickend hätte ich aber besser ein Taxi genommen. Dort angekommen dauert es nicht lange, bis man schon den Kopf des Buddha erblicken kann. Erstmal habe ich aber noch einen nahegelegenen Tempel besucht und habe anschließend Nudeln zum Mittag gegessen. Danach bin ich einem Weg den Berg hinab gefolgt, der ebenso wie der Buddha in den Fels geschlagen wurde. Dieser Weg führt herab zu den Füßen des Buddhas, sodass man ihn in Gänze betrachten kann. Einen noch bessren Blick hätte man zwar von einer der vielen Bootstouren gehabt, jedoch fand ich deren Preis – zumal nur, um ein Foto zu machen – zu teuer. Der Anblick des Buddhas war auch so sehr beeindruckend.

Danach habe ich noch weiter die Gegend erkundet. Interessant fand ich auch noch einen nahe gelegenen kleinen Berg, auf dem noch ein Kloster war. Besonders schön fand ich zudem die Brücke, die zu diesem Berg führte. Viel mehr gibt es zu diesem Teil der Reise aber nicht zu erzählen.

Als ich wieder vom Berg runter war, habe ich ein Taxi zurück zum Bahnhof genommen und bin per Zug zurück nach Chengdu gefahren. Wo ich nach dem Abendessen wieder zurück ins Hotel bin und mir überlegt hatte, was ich am nächsten Tag machen möchte. Eigentlich hatte ich übergelegt zu etwas größeren Zielen zu reisen; entweder Jiuzhaigou (九寨沟), ein Tal mit sehr schöner Aussicht und glasklarem Wasser oder Berg Emei (峨眉山), einer der vier heiligen buddhistischen Berge. Jedoch waren beide Ziele relativ weit entfernt und wären mit erheblichen Anstrengungen verbunden gewesen. Dabei hätte ich nicht gewusst, was mich genau erwartet und auch das Wetter wirkte nicht sonderlich vielversprechend. Daher habe ich beide Ziel wieder verworfen und hebe sie mir vielleicht für ein anderes Mal auf. Stattdessen habe ich dann einen kleineren Ausflug gemacht.

Dritter Tag: Wandern und schlendern

Am Mittwoch (18.3.) bin ich früh aufgestanden und mit dem Zug zum nahegelegenen Berg Qingcheng (青城山) gefahren. Dieser ist eine der wichtigsten Stätten des Daoismus und entsprechend mit vielen Tempeln gespickt, die ich erkunden konnte. Einen Teil des Weges nach Oben konnte ich dabei mit einer Seilbahn hinter mich bringen, wofür ich mich vor allem zur Zeitersparnis entschieden habe (und vielleicht ein bisschen aus Faulheit). Oben auf dem Berg und unterwegs haben sich dabei sehr schöne Aussichten offenbart und auch in den Tempeln gab es manch schönes zu sehen. Schade fand ich aber, dass es überall kleine Läden und Restaurants gab, teilweise direkt an oder sogar in den Tempeln. Das hat die Erfahrung leider etwas getrübt. Aber ich fand den Ausflug trotzdem sehr schön; auch wenn es zuvor geregnet hatte und daher entsprechend nass war.

Zurück in der Stadt bin ich mit einem Taxi zum Dufu-Garten (杜甫草堂) gefahren. Dufu gilt als einer der größten Dichter der chinesischen Geschichte und lebte von 712 bis 770. 

Blöd war zunächst am Eingang, dass mir die Damen am TIcketverkauf nicht glauben wollten, dass ich Student ohne Abschluss bin, sodass ich kein Ticket zum halben Preis kaufen konnte. Ich habe zwar meinen Studierendenausweis vorgezeigt, jedoch wollten sie noch ein Schreiben von der Uni sehen, um zu prüfen, ob ich wirklich noch keinen Abschluss habe. So einen Zettel habe ich zwar das letzte Mal bekommen, laut dem studiere ich aber mittlerweile nicht mehr in China, sodass ich den nicht vorzeigen konnte. Das heißt damit wohl, dass ich leider zu alt geworden bin, um noch als junger Student durchzugehen; schade! Ich habe dann einfach ein Ticket zum Normalpreis gekauft (6 € statt 3 € ermäßigt).

Von diesem Unmut habe ich mich aber schnell erholt, als ich den Garten betreten und erkundet habe. Wer schon früher meinen Blog gelesen hat weiß, dass ich eine Schwäche für chinesische Gärten habe. Und dieser war ausgesprochen schön anzusehen. Es gab viele kleine Teiche und Pavillons und auch viele Bäume und Pflanzen zu sehen. Sehr gut gefallen hat mir auch auch ein Teil des Gartens, in dem viele Bonsais ausgestellt waren. Solche hätte ich auch gerne, dem aber leider mein fehlender grüner Daumen entgegensteht. Insgesamt hatte ich sehr viel Freude, durch diesen Garten zu schlendern und habe viele Fotos gemacht.

Danach bin ich in zum Abendessen gegangen. In dem Restaurant habe ich mich etwas mit einer Kellnerin und einer Frau am benachbarten Tisch unterhalten. Letztere hat sich später auch mit zu mir an den Tisch gesetzt und mit mir zusammen gegessen. Besonders lustig fand ich, dass eine andere Kellnerin während des erstens Gesprächs ein Video aufgenommen hat. Das habe ich mitbekommen und sie später gebeten, es mir zu schicken. Dabei wirkte sie etwas ertappt. Insgesamt war das Abendessen sehr unterhaltsam. Später habe ich mir das Video angesehen und habe wie ich finde leider etwas zu sehr gestammelt beim sprechen, aber verständlich war es noch. Und die Ansprüche der Chines:innen sind zum Glück nie sehr hoch. 

Nachdem ich aufgegessen habe bin ich zurück ins Hotel und habe auf dem Weg noch in einem Teeladen Halt gemacht. Dort habe ich mir ein Tee-Tier gekauft. Dabei handelt es sich um eine kleine Figur aus Ton, die während der Tee-Zeremonie mit überschüssigem Tee übergossen wird. Das soll Glück bringen und man sagt auch, dass man dadurch dem Tier eine Seele einhaucht. Ich halte das aber vor allem für ein süßes Ritual.

Weiterreise

Während ich diese Zeilen tippe, befinde ich mich schon im Zug, der mich zurück nach Chongqing bringt. Dort werde ich jetzt noch bis Sonntag bleiben und dann zurück nach Peking fliegen. In Chongqing möchte ich diesmal vor allem etwas entspannen und mich am Samstag mit Lily, einer Freundin aus der Uni, treffen. Ihr werden dann also voraussichtlich am Sonntag von mir hören. Bis dahin wünsche ich schonmal ein schönes Wochenende.