Willkomen zurück auf meinem Blog. In diesem Beitrag werde ich von meinem Flug nach Chongqing und meiner Zeit dort erzählen.

Anreise in Chongqing und erster Abend

Am Samstag (7.3.) habe ich mich vormittag vom Hotel mit der Metro auf dem Weg zum Flughafen gemacht. Leider haben sie dort bei der Sicherheitskontrolle mein Deo-Spray konfisziert, weil solche der Pekinger Metro nur eine Größe von maximal 100 ml haben dürfen und meine 150 ml hatte. Ich muss mir also noch ein neues kaufen, die aber in China garnicht so einfach zu finden und oft teuer sind. Aber so ist es nun mal. Am Flughafen angekommen habe ich als erstes meinen Koffer aufgegeben und meinen Boarding-Pass abgeholt. Als nächstes habe ich einen Laden gesucht, der SIM-Karten verkauft, damit ich endlich eine Telefonnummer und mehr Datenvolumen habe. Einen solchen Laden habe ich auch gefunden und mir eine Karte geholt, obwohl diese doch sehr überteuert sind im Vergleich zu den normalen Tarifen, aber was muss, das muss. 

Nach einem kurzen Mittagessen (mangels Alternativen: Pommes bei McDonalds) bin ich zur Sicherheitskontrolle. Da musste ich leider meine Powerbank abgeben, die ich aus Deutschland mitgebracht habe. Denn seit einem halben Jahr dürfen auf chinesischen Flügen nur noch Powerbanks mitgenommen werden, die ein CCC-Label haben, um ihre Sicherheit zu belegen. So ein Label hatte meine nicht. Sie blieb daher dort und ich muss mir dann in Chongqing mal eine neue kaufen. Ich hatte von dieser Vorgabe auch vorher schonmal gehört, aber nicht mehr dran gedacht, bevor ich geflogen bin. Aber meine alte hatte mir ohnehin nicht mehr gefallen, sodass eine neue auch nicht schadet.

Anschließend hieß es noch etwas warten, bis ich ins Flugzeug konnte und dieses dann 14 Uhr abhob. 17 Uhr sind wir wieder gelandet. Dabei ist noch erwähnenswertes passiert. Ich habe im Vorfeld für alle Flüge veganes Essen bestellt. Am Morgen habe ich aber schon eine Mail bekommen, dass es überhaupt kein Essen im Flieger gibt, sodass dem nicht entsprochen werden kann. Im Flieger kam dann aber eine Stewardess zu mir, hat sich dafür nochmal entschuldigt und mir erklärt, dass sie für mich eine kleine Tüte mit Nüssen und getrockneten Beeren sowei eine Dose Cola vorbereitet hat, die sich auch schon an meinem Platz befanden haben. Das fand ich sehr aufmerksam.

In Chongqing angekommen musste ich noch eine ganze Weile mit der Metro fahren, bis ich in der Innenstadt und im Hotel war. Dadurch habe ich aber immerhin ein Hotel direkt im Zentrum, was mir die kommenden Tage sehr gelegen gekommen ist. Zudem habe ich im Hotel ein kostenloses Upgrade zu einem besseren Zimmer bekommen, was sehr schön war. Nachdem ich eingecheckt habe bin ich noch kurz raus, um zu Abend zu essen. Glücklicherweise gibt es ein veganes Buffet-Restaurant, was fußläufig erreichbar ist.  Da bin ich daher auch noch häufiger hingegangen. Im Folgenden sehr ihr auch noch ein paar Bilder vom Weg und vom Essen.

Zurück im Hotel war ich duschen und habe mich für den nächsten Tag ausgeruht.

Tag 1: Alte Stadt und hoch in der Luft

Sonntag (8.3.) wollte ich am Morgen erstmal einige Orte besuchen, die ich beim letzten Mal nicht besucht habe. Da standen zwei ältere Stadtteile nahe dem Zentrum der Stadt auf dem Plan, nämlich die Baixiang-Straße (白象街) und die Shiba-Treppe (十八梯). Dort gab es einige ältere Häuser und Läden mit Souvenirs und sonstigen lokalen Gegenständen im Angebot. Für mich war aber nichts dabei. Es war aber ganz schön anzusehen. Zwischen beiden Gebieten habe ich auch einige etwas versteckteren Läden gefunden, die auch Tee-Ware verkauft haben, sodass ich da auch noch etwas schönem gesucht habe, aber leider nichts gefunden habe.

Als ich mit Erkunden erstmal durch war, habe ich mir in einem kleinen Restaurant noch Chongqing-Nudeln (重庆小面) gegessen. Diese Nudeln habe ich damals in der Uni (fast) jeden Tag gegessen und sie sind für ihre Schärfe bekannt, die ich mittlerweile aber ganz gut abkann. Diese konkreten Nudeln habe ich aber nicht ganz so gut vertragen.

Anschließend bin ich mit der Metro nach Ciqokou (磁器口) gefahren, ebenfalls ein historischer Stadtteil, der sich durch enge Gassen, emsiges Treiben und viele Läden auszeichnet, die alle um die Gunst der Tourist:innen buhlen und dabei auch einigen Lärm machen. Dort war ich zwar beim letzten Mal in Chongqing schon, jedoch wollte ich mir das gerne nochmal ansehen. Ich bin eine ganze weile Rumgeschlendert, habe die verschiedenen Gassen erkundet und in einem Teehaus mit Live-Musik etwas neue Energie getankt.  Jedoch habe ich nichts gefunden, was mich so angesprochen hat, dass ich es hätte kaufen wollen, da dort sicherlich auch einiger Aufschlag verlangt wird aufgrund der Lage. Es gab aber einen Laden mit schönen Tee-Kannen und -Tassen, die mir aber auch etwas teuer vorkamen. Sie sollen aber relativ authentisch für Ciqikou sein; so hat zumindest die Dame im Laden es erklärt. Ich habe mich aber erstmal dagegen entschieden. Sollte ich jedoch die nächste Woche nichts anderes schönes finden, fahre ich, wenn ich wieder in Chongqing bin, nochmal hin und werde dort doch etwas kaufen.

Als ich genug gestromert bin, bin ich wieder ins Hotel gefahren und habe mich etwas ausgeruht. Zum Abendessen bin ich dann wieder in das schon bekannte Buffet-Restaurant gegangen und habe mich anschließend nochmal zu zwei älteren Stadtteilen auf der anderen Seite des Yangtze’s begeben. Dort war es auch ganz nett, aber wirklich besonders war es nicht. Ein Highlight war dann aber der Rückweg, für welchen ich mir ein Ticket für eine Seilbahn gekauft habe, die über den Yangtze führt. Der Ausblick war sehr schön, aufgrund der zerkratzten Fenster konnte ich aber leider keine sonderlich schönen Fotos machen.

Auf der anderen Seite angekommen, ging es zurück ins Hotel.

Tag 2: Eine Bootsfahrt bei Nacht

Am Montag (9.3.) wusste ich erstmal nicht so recht, was ich eigentlich machen sollte. Ich habe nämlich mittlerweile festgestellt, dass das Herz dieser Stadt bei Nacht schlägt, es am Tag aber eher weniger zu tun gibt. Das ist etwas, was nicht wirklich gut zu mir passt, aber daran musste ich mich nunmal anpassen. Ich bin daher, nachdem ich vor dem Hotel sehr früh zu Mittag nochmal Chongqing Nudeln gegessen habe (die sind hier auch ein beliebtes Frühstück und daher auch schon früh verfügbar), in eine etwas weiter entferntes Einkaufszentrum gefahren, welches ich schonmal auf Instagram gesehen habe und das eine relativ interessante Architektur hat. Es wird „The Ring“ genannt. Dort ist quasi eine grüne Oase in dieses Einkaufszentrum integriert, welche auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden kann. Das war schon ganz nett, aber nicht so eindrucksvoll, wie es im Internet erschien. Sehr schade fand ich, dass dort auch extra kleine Käfige mit jeweils einem Vogel hängen, damit diese ein paar „natürliche“ Geräusche erzeugen. Das hätte man aber genau so gut mit ein paar Lautsprechern erreichen können, ohne dafür diese armen Tiere dort einfrechen zu müssen.

In dem Einkaufszentrum gab es eine Vielzahl an Läden, wo es aber nichts gab, was mich besonders interessiert hätte. Ich habe aber einen Xiaomi-Laden gefunden, wo ich mir für wenig Geld eine neue Powerbank kaufen konnte, die auch das fürs Flugzeug erforderliche Siegel hat. Damit muss ich mir in Zukunft keine Sorgen mehr darum machen, dass mein Handy unterwegs den Geist aufgibt. Anschließend wollte ich eigentlich ins Kino, um etwas Zeit totzuschlagen. Ich konnte in der App aber kein Ticket kaufen und am Schalter hätte es 50 % mehr gekostet und das fand ich dann etwas blöd, weshalb ich doch auf das Kino verzichtet habe. Stattdessen bin ich in einen nahegelegenen Park gegangen und war dort etwas spazieren. 

Nach ausgiebigem Rumschlendern habe ich mich wieder auf den Weg ins Hotel gemacht, wo ich mich noch etwas ausgeruht habe, bevor ich nochmal etwas die Innenstadt erkundet und gegessen habe. Besonders schön fand ich dabei das Essstäbchen-Gebäude, in dem Kunstausstellungen stattfinden.

Danach bin ich zum Hongyadong (洪崖洞) gegangen, was eine Ansammlung an Häusern am Wasser ist, die nachts hell leuchten. Für diesen Anblick ist Chongqing bekannt. Entsprechend stark ist dieser Ort daher aber auch besucht, was ihr auch auf einem Bild gut sehen könnt.

Das Highlight des Tages sollte aber eine Bootsfahrt über den Yangtze und den Jialing bilden. Auf dieser haben sich mir wunderbare Aussichten auf die Skyline von Chongqing geboten. Es war zwar sehr voll auf dem Boot, nichtsdestotrotz habe ich aber einen guten Platz ergattern können, um viele schöne Bilder zu machen, die ich gerne mit euch teile.

Wieder am auf dem Festland bin ich zügig zurück zum Hotel gegangen, was aber nochmal recht anstrengend war. Denn Chongqing ist eine Stadt, die auf vielen Ebenen erbaut ist, sodass ich einige Treppen steigen musste. Danach bin ich erschöpft ins Bett gefallen.

Tag 3: Schwelgen in Erinnerungen Gib hier deine Überschrift ein

Am Dienstag (10.3.) habe ich eines der primären Ziele meines Ausflugs nach Chongqing erfüllt. Ich wollte nämlich nochmal meine alte Uni besuchen, die Southwest University of Political Science and Law (西南政法大学). Diesem Teil des Blogs habe ich auch verfasst, während ich gerade dort war.

Vormittag bin ich teilweise mit der Metro und teilweise mit dem Taxi zur Uni gefahren. Leider hatte ich schon vor einiger Zeit gesehen, dass es immer noch keine Metro-Linie gibt, die zur Uni führt; diese soll erst später dieses Jahr in Betrieb genommen werden — vielleicht profitieren dann ja die nächsten Austauschstudierenden. Dort angekommen konnte ich die neuen elektronischen Tore mit meinem alten Studiausweis nicht öffnen. Die Sicherheitsleute haben mich aber reingelassen.

Als ich das Gelände betreten habe, sind in mir direkt nostalgische Gefühle aufgekommen. Es war richtig schön, wieder hier zu sein! Als erstes bin ich in die Mensa und habe mir dort im selben Laden wie damals Chongqing-Nudeln gekauft, die es immer noch für knapp 60 Cent gibt. Leider waren aber nicht mehr die selben Damen dort, die mich vielleicht erkannt hätten. 

Nachdem ich die Nudeln genüsslich verspeist habe, ging ich weiter zu meinem alten Wohnheim. Dort war immer noch die selbe Vorsteherin, die mich auch erkannt hat, sodass wir ein wenig reden konnten. Das Wohnheim wiederzusehen war richtig aufregend. Da konnte ich direkt an die alte Zeit dort zurückdenken.

Als nächstes habe ich mir den nördlichen Teil des Campus angesehen, wo insbesondere das Stadium liegt. Auch war ich im Souvenir-Laden und habe mir einen Anstecker mit dem Logo der Uni gekauft. Als nächstes bin ich zum direkt daneben gelegenen Roman-Squar gegangen. Dort habe ich mich eine Weile hingesetzt und in Erinnerungen geschwelgt. Früher habe ich dort bei schönem Wetter häufiger gesessen, gelesen und gelernt. Das war immer schön!

Als es dort etwas unbequem wurde, bin ich weiter Richtung Süden gelaufen, womit ich teilweise nochmal meinen Weg zum Unterricht nachgebildet habe. Zeitgleich strömten mir viele Studierende entgegen, die in die entgegengesetzte Richtung zur Mensa und den Wohnheimen waren, denn es war gerade Mittagspause. Diese habe ich dann auch ausgenutzt, um in das Gebäude zu gehen, in dem unser Unterricht stattgefunden hat. Glücklicherweise war auch der Raum, in dem wir die meisten Stunden hatten, leer. Ich konnte also auch dort noch einige Fotos machen und eine Weile dort verweilen und an den Unterricht zurückgdenken. Inhaltlich ist davon nicht viel hängengeblieben. Ich erinnere mich aber noch gut daran, dass es die meiste Zeit doch ziemlich langweilig war.

Direkt vor dem Unterrichtsgebäude liegt ein See und an ihm die Bibliothek. Dort habe ich mich auch eine Zeit hingesetzt und angefangen diesen Blog-Beitrag zu schreiben. Ich hatte noch genügend Zeit, denn für diesen Tag habe ich nichts geplant, außer die Uni zu besuchen. Wie ich dort saß habe ich realisiert, dass diese ganzen Erfahrungen jetzt schon zwei Jahre alt sind. In der Zwischenzeit ist einiges passiert. Sicher blicke ich jetzt etwas romantisierend auf das Austauschsemester zurück und ich weiß, dass vieles nervig und nicht schön war. Unterm Strich bin ich aber sehr froh darüber, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Erfahrungen zu machen und dieses Abenteuer zu erleben. Das wird mir mein ganzes Leben lang in Erinnerung bleiben und bereichern. Toll, dass ich das nun nochmal nachfühlen kann.

Nachdem ich soweit alles aufgeschrieben hatte, habe ich meinen Weg über dem Campus fortgesetzt. Dabei bin ich nochmal hier und da lang gelaufen und habe mich weiter an die Zeit damals zurückerinnert. Als ich später die Uni verlassen habe, war ich schon etwas wehmütig, sodass der Abschied durchaus schwer gefallen ist. Als letzter Stop meines nostalgischen Ausflugs bin ich dann mit dem Taxi in ein Veganer Restaurant gefahren, in dem wir damals manchmal zu besonderen Anlässen gegessen haben, z.B. zu Weihnachten und an meinem Geburtstag. Dort war es wieder sehr lecker. Als einzelne Person konnte ich aber leider nicht so viele verschiedene Speisen bestellen, wie wir das damals getan haben.

Danach ging es zurück ins Hotel, wo ich noch meine Wäsche waschen musste, bevor ich am nächsten Tag weiterreise. Die Waschmaschine war in Ordnung. Der Trockner hat seine Arbeit aber leider nicht besonders gut gemacht. Nach knapp zwei Stunden war die Wäsche immer noch feucht. Länger wollte ich dann aber auch nicht mehr warten, sodass ich die Wäsche mitgenommen und provisorisch überall im Zimmer verteilt aufgegangen und die Klimaanlage auf Entfeuchten gestellt habe. 

Weiterreise nach Nanning

Am Mittwoch (11.3.) hieß es vorerst wieder Abschied von Chongqing zu nehmen. Meine Wäsche war zum Glück ausreichend trocken, sodass ich mein Zeug zusammenpacken und mich auf den Weg zum Bahnhof machen konnte. Beim Check-out hat mich die Rezeptionistin um eine gute Bewertung in der App gebeten. Als ich sagte, dass ich das mache, fragte sie weiter, ob ich das auch gleich an Ort und Stelle machen könne. Das fand ich dann doch etwas aufdringlich, weshalb ich sagte, dass ich los müsse und das später machen würde, was ich dann auch noch getan habe. 

Zum Frühstück gab es erneut Chongqing-Nudeln und dann ging es zum Bahnhof. Mein nächstes Ziel ist Nanning (南宁), wohin ich knapp fünf Stunden mit dem Zug brauche. Dort werde ich dann wieder vier Nächte verbringen, bevor ich am Sonntag (15.3.) wieder weiterreisen werden. Dann werdet ihr auch das nächste Mal von mir hören. Bis dahin wünsche ich euch alles Gute!

Euer Jack